Mehr garantierte Rente fürs gleiche Geld
Im Bereich der Altersvorsorge wird es im Jahr 2012 zu wesentlichen gesetzlichen und tariflichen Änderungen kommen. Ich habe mit unserem Spezialisten für die betriebliche Altersvorsorge (bAV) gesprochen, was sich ändert und welche Auswirkungen dies auf die Versicherten hat.
Herr Peiter, welche Änderungen sind für 2012 in der (betrieblichen) Altersvorsorge geplant?
Ronald Peiter: “In 2012 werden drei wesentliche Änderungen auf uns zukommen: Der Garantiezins sinkt um ein halbes Prozent, es wird einheitliche Tarife für Männer und Frauen geben und eine Förderung bekommt nur noch der, dessen Vertrag nicht vor Alter 62 abläuft.”
Und welche Auswirkung haben diese Änderungen genau?
Ronald Peiter: “Die Rentenleistungen werden sinken. Dies geschieht vor allem durch die Absenkung des Garantiezinses, denn wenn dieser um ein halbes Prozent herabgestuft wird, sinkt natürlich auch die garantierte Rentenleistung.
Die Einführung von einheitlichen Tarifen für Männer und Frauen, sogenannte Unisextarife, bedeutet in der bAV einen Nachteil für Männer.
Da es in der bAV um lebenslang zu zahlende Altersrenten geht und Frauen statistisch etwa acht Jahre länger leben, waren die Tarife für Frauen bisher teurer.
Der europäische Gerichtshof hat nun entschieden, dass für Männer und Frauen spätestens ab Ende 2012 der selbe Tarif anzuwenden ist, d. h. für Frauen wird’s billiger und für Männer teurer.
Für unsere Landwirtschaftskunden, bei denen vorwiegend Männer beschäftigt sind, wird es also in 2012 auch teurer, wenn ein Versorgungswerk eingerichtet werden soll.
Durch eine weitere Gesetzesänderung werden die Versicherten bei einem Vertragsabschluss ab 2012 benachteiligt. Bisher konnten sie ihre Rentenleistung aus der bAV, der Riesterrente, der Basisrente oder einer privaten Altersversorgung ab einem Alter von 60 Jahren monatlich ausgezahlt bekommen. Jetzt müssen die Versicherten zwei Jahre länger warten, die Leistungen gibt’s erst ab 62 Jahren.”
Glauben Sie, dass diese gravierenden Änderungen den Versicherten bewusst sind?
Ronald Peiter: “Natürlich sind diese Änderungen noch nicht allen bewusst, aber Studien belegen, dass sich mehr als ein Drittel schon damit beschäftigt hat.
Das Marktforschungsinstitut Psychonomics hat in einer aktuellen Studie die Abschlussbereitschaft der 18 – 35 -jährigen untersucht. Danach möchten 36 % dieser Gruppe sich bis Ende September noch den Garantiezins von 2,25 % sichern.”
Was empfehlen Sie Betrieben bzw. Mitarbeitern, die über den Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge nachdenken?
Ronald Peiter: Die Summe der Vorteile eines Abschlusses im Jahr 2011 kann in vielen Fällen mehr als 20 % höhere garantierte Leistungen für gleich hohe Kosten (Beiträge) betragen. Die Antwort ist also ganz klar: Wer an einer solchen Absicherung interessiert ist, sollte sie noch in diesem Jahr abschließen!
Alle Betriebe, die ohnehin darüber nachdenken, aus sozialen Motiven oder wegen Fachkräftemangel oder als Lohnersatz für ihre Arbeitnehmer etwas zu tun, sollten damit in 2011 beginnen. Auch eine Erhöhung oder Erweiterung der bereits bestehenden betrieblichen Versorgungseinrichtung sollte noch in 2011 umgesetzt werden. Denn gerade betriebliche Altersversorgung sollte sicher und auf Garantiewerten aufgebaut sein.
Wir helfen Ihnen bei der Planung und bei der Umsetzung mit wirkungsvollen und flexiblen Lösungen. Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, sprechen Sie Ihren Kundenbetreuer an oder nehmen Sie hier Kontakt zu uns auf.
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